Tobi's Blog

Der Schrecksenmeister

Erstellt von Tobi am Sonntag 11. November 2007

Nachdem es eine Ewigkeit gedauert hat, bis ich das Buch endlich in den Händen halten konnte, hat es auch leider eine Ewigkeit gedauert, bis ich es fertig gelese hatte. Leider hat das auch eine Grund: das Buch ist nicht halb so fesselnd wie die vorherigen.

Die Inhalte der Bücher haben ja schon recht oft an andere erinert, aber bei diesem Buch wurde ziemlich viel ausgeliehen. Alle Möglichen Kreaturen und Handlungsstränge hat man, so oder zumindes so ähnlich, in Büchern oder auch Filmen schon mal erlebt. Es gibt auch keine Überraschungen. Weder in der Handlung, noch in der Schreibweise. Auch wenn ich Seitenweise “MummliMummli” nicht sonderlich spannend finde, so ist es doch irgendwie witzig gewesen. Ebenso die Spielereien mit bromBrOmBROMMM.

Aufgrund der Handlung, die zwar nicht kurz ist, aber von mir als sehr kurz empfunden wird, und ein paar Firguren, die auf merkwürdige Art aus der Handlung verabschiedet wurden, denke ich fast, das Buch ist ein Lückenfüller. Hier soll vieleicht noch ein Buch nachgeschoben werden, was dann auf der Handlung aufbaut. Ich hoffe, ich täusche mich!

Am Ende des Buches verweist Mythenmetz darauf, dass wir uns schämen sollen dieses Buch nur aufgrund des reißerischen Titels gekauft zu haben und dass wir das vor Orm nur so strotzende, aber mit langweiligem Titel versehene Originalwerk nicht gelesen haben. Gemeint ist “Spiegel, das Kätzchen”, eine Novelle die ich mir wohl in den nächsten Tage genemigen werde. Vieleicht ist das ja besser …

Jetzt mal zum Inhalt. Wer also das Buch lesen will, sollte hier aufhören.

Es geht im Großen und Ganzen um die Kratze Echo, die, weil sie vom Hungertod bedroht wird, mit dem bösartigsten Wesen der Stadt Sledwaya, dem Schreksenmeister, einen Vertrag eingeht. Er mästet ihn bis zum nächsten Vollmond, dafür stirbt Echo für den Meister und dieser darf sein Fett auskochen.

Der Anfang klingt vielversprechend, da es Atmosphärisch ganz gut rüber kommt. Die anschließenden, hingebungsvollen Beschreibungen der ersten Essen, die Echo serviert bekommt, sind auch nicht schlecht. Aber für meine Geschmack dauert das ganze ziemlich lange. Mir fehlte da doch rigendwie schon eine Mythenmetzsche Abschweifung oder ein Einwand des LexikonDerZamonischen[..]. Denn es wird immer nur über das Essen und seine Zubereitung berichtet.

Dann folgen einige wirre, alchimistische Experimente des Meisters, die auch haarklein beschrieben werden. Auch das ist Anfangs interessant, aber auf Dauer ermüdend. Ab da hatte das Buch schon kaum noch einen Reiz für mich. Die Episode mit den Ledermäusen war da fast schon erholsam. Wenn auch Sinnlos. Echo muss die Ledermäuse bitten, Ihn durch zu lassen, was erst nicht ganz gelingt.

Das Dach mit den Leckereien, im übrigen schon wieder viel Essensbeschrebungen, ist fast am schlimmsten, da dort Fjodr F Fjodr auftaucht. Der “Sprachfehler” des Vogels ist zwar ganz nett, aber das war da leider schon zu spät :? Es wird viel über den Meister spekuliert und Fjodr gesteht ein Revoluzzer zu sein. Aber auch das ist recht uninteressant. Auf jeden Fall merkt Echo erst da, wie Fett er jetzt schon geworden ist.

Dann kommen wieder Essgelagen und anschließend ein Fluchtversuch, der wegen eines Fluches, der die Gedanken quasi steuert, misslingt. Ab da kommt etwas Würze in die Handlung. Der gruseligere Teil beginnt, da jetzt der Keller betreten wird. Viele Geschichten über eine Irrenanstalt mit grausiger Geschichte, andere, gruselige Vorbewohner des Schlosses und schone Spielchen, die der Meister veranstaltet. Ein Schattenspiel, bei dem die Schatten lebendig und hungrig werden und die Vorstellung der schneeweißen Witwe. Dem wohl gefährlichsten Wesen Zamoniens. Ein Kopf mit langen, weißen Haaren. Aber ein Zusammenhang ist auch da nicht wirklich erkenn-, ja leider nicht mal erahnbar. Man wird nicht hinters Licht geführt oder sonstwie mit Hinweisen gelockt, es ist einfach die Aneinanderreihung von Geschichten.

Dann wird Echo in eine Ledermaus und dann in eine Dämonenbiene verwandelt. Das ist ein wirklich gelungener Teil. Ungewöhnlich, überraschend. Nur Leider komplett neben der Handlung. Wenn das Buch aber auch ganz vielen solchen Geschichten bestanden hätte, währe es durchaus lesenswert geworden.

Dann kommt ein schlimmer Teil: die Zusammenarbeit mit der letzten Schrekse Sledwayas. Die ist zwar ganz nett gemacht, aber schon ziemlich Schnulzig. Als sie dann auch noch gesteht, in den Schrecksenmeister verknallt zu sein, wurde es mir schon wieder zu bunt. Sie kochen dann nämlich auch noch einen Liebestrank, um den Meister mit der Schrekse zu verkuppeln und so Echo zu retten. Die Tricks, die die beiden Anwenden, um die Ingredenzien des Trankes vom Meister zu stehlen, sind so plump, dass nicht mal das “zulesen” spaß macht. Zuschauen hätte wahrscheinlich weh getan.

Nach der Verabreichung des Trankes und einigen Liebestrunkenen Handlungen des Meisters, stellt sich aber heraus, dass dieser Immun ist und nur mitspielen wollte. Er tötet die Schrekse und fesselt Echo. Das kam zwar nicht überraschend, war aber durchaus in meinem Sinne. Schnulzen, die mit dem Tod enden: recht so!

Dann versucht der Meister, Echo die Kehle durch zu schneiden. Aufgrund einiger Revolten misslingt das aber. Erst revoltieren die Schmerzenskerzen, eine im übrigen kranke, aber gelungene Erfindung, dann beschwört Echo ein paar Geister aus dem Entfettungskessel. Die beleben die ausgestopften Monster und diese Wiederum wollen alles Töten, was da so kreucht und fleucht. Der Meister holt seine schneeweiße Witwe zur Hilfe, die alle Monster mit leichtigkeit Vernichtet. Den Teil hab ich auch nicht so ganz begriffen. Wollte Mörs unbedingt die Monster mit ins Spiel bringen und hatte keine andere Möglichkeit gesehen, als ein Übermonster zu schaffen, was alle anderen umhaut? Da es dann fast ohne weitere Kommentare verschwindet, schreit das nach einem neuen Buch: “Der Jäger der weißen Witwe” oder so. Oha, hoffentlich nicht.

Echo sitzt jedenfalls bis dahin immer noch in der Falle, allerdings kommen ihm die Schrekseneichen zu Hilfe und zerstören das Schloss. Dann hatte ich irgendein Ende erwartet, aber auch diesmal bestätigt sich meine Theorie. Das Ende eines Buches ist der schwierigste Teil. Aber da das Buch selber kaum der Rede wert ist, war ein fulminants Ende auch nicht zu erwarten. Nur dieses Buch hat irgendwie keines. Ich hätte auch viele Seiten vorher schon aufhören können zu lesen, und das Gefühl, was sich eingestellt hätte währe das gleiche gewesen. Nichts!

Fazit: Muss nicht sein. Schade eigentlich.

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 

Switch to our mobile site